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Sind Printmedien nur tote Bäume?

Eine Formulierung zipft mich so richtig an. Oft wird der Printjournalismus als rückständig und altmodisch verunglimpft, indem es heißt, man schreibe ja nur auf toten Bäumen. Das klingt so, als hätten wir Journalisten generell gar nix zu sagen und für unsere Gedankensauce müssen dann auch noch irgendwelche armen Pflanzen ihr Leben lassen. Was für ein blödes Argument ist das denn?

Auch Webserver werden nicht mit Feenstaub betrieben
Erstens regt sich auch keiner auf, dass für sein Klopapier ein Baum sterben musste. Zweitens werden da unterschiedliche Dinge miteinander vermischt. Auch ich glaube, dass die Zukunft des Journalismus digital ist. Aber das hat nix mit Öko-Bewusstsein zu tun. Schließlich werden die Webserver der Onlinezeitungen auch nicht mit Feenstaub betrieben, sondern mit Strom. Und die iPads setzen keine gut bezahlten Arbeitskräfte in Europa, sondern arme Fabriksarbeiter in Asien zusammen. Also, liebe Baumfreunde, verschont mich mit eurer Scheinheiligkeit!

 

Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter, dieser Text erschien in Ausgabe 8/13. Foto: Flickr-User robotbrainz

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Ingrid Brodnig:

View Comments (3)

  • ...ganz unabhängig davon und der Richtigkeit des Geschriebenen, finde ich den Satz mit dem Feenstaub sehr herzig. Herrlich! :D

  • Danke! Ich mag das Wort Feenstaub auch sehr gern, weil man sich damit herrlich lächerlich über Dinge machen kann

  • Schön auf den Punkte gebracht kann man da nur sagen, ich selbst arbeite in einer Werbeagentur in Klagenfurt und wir stellen zum Teil auch Printmedien her. Da finde ich diesen Artikel sehr treffend, da ich auch schon oft sowas zu hören bekommen habe.
    Dann werde ich mal etwas Feenstaub auf den Bildschirm werfen um etwas schönes zu zaubern. =)