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Sind eBooks nur Teufelszeug? Eine Kolumne und die Reaktion darauf

Anfang Juli verfasste ich im Falter folgende IT-Kolumne:

“Diese Woche geht es wieder um ein Luxusproblem. Aber eines, das mich sehr beschäftigt. Bald beginnt der Urlaub und seit Tagen beunruhigt mich eine Frage: Soll ich den E-Book-Reader einpacken oder doch ein paar herkömmliche Bücher? Zur Info: Ich liebe mein digitales Lesegerät, habe schon zigtausend Seiten Lektüre damit verschlungen, ohne kiloweise Papier durch die Gegend zu tragen. Doch was ist mit Dieben am Sandstrand? Kann man sein Lesegerät unbeaufsichtigt liegen lassen oder werden die Dinger häufig geklaut? So günstig sind die nämlich nicht.

Andererseits will ich nicht zu altmodischen Büchern zurückkehren. Das ist so 20. Jahrhundert! Ich muss es wohl einfach riskieren. Womöglich ist die nächste Generation der Lesegeräte dann auch mit einer Diebstahlsicherung ausgestattet. Mein Vorschlag: Elektroschocks. Wenn jemand unautorisiert meinen Reader angreift, soll er gleich ein paar Volt verspüren. Bzzzzz!”

 

Heute erschien auf diePresse.com ein Gastkommentar, der sich über meinen Text echauffiert. Mathematiker Rudolf Taschner schreibt etwa:

screen-ebook“Natürlich weiß sie, dass ihre vorgespielte Angst vor Dieben keinen einzigen Leser ihrer Kolumne im „Falter“ wirklich interessiert. In Wahrheit will sie diejenigen als Tölpel hinstellen, die sich noch immer nicht von den aus bedrucktem Papier bestehenden Büchern verabschieden wollen. Wie kann man, so ihr Wort, noch so „altmodisch“ sein? „Das ist so 20.Jahrhundert!“ (Welch ein Satz!)”

Weiter heißt es:

“Fraglos bietet das elektronische Buch Vorteile. Vor allem für Reisende, die ohne großes Gepäck leichte Lektüre zu sich nehmen wollen. Aber es ist ein Surrogat und wird es immer bleiben. Es äfft mit gefälligen Tricks virtueller Verzauberung all das nach, was ein Buch aus Papier im Original bietet. Es ist bloß eine Kopie, und als solche im Grunde wertlos.”

Der Gastautor hat eines falsch verstanden: Jeder Konsument und jede Konsumentin soll bitteschön selbst die Wahl haben, ob er oder sie lieber eBooks oder gedruckte Bücher liest. Ich persönlich habe kein Problem damit, wenn Rudolf Taschner gerne gedruckte Bücher liest. Ich verstehe auch, dass viele Menschen das haptische Gefühl und den Geruch gedruckter Bücher nicht vermissen wollen.

Es ist aber grober Unfug, dass das eBook wertlos sei, weil es bloß eine Kopie ist. Alle gedruckten Bücher sind gewissermaßen genauso Kopien. Ich würde behaupten: Ob ein Buch wertlos ist oder nicht, bestimmt wohl eher der Inhalt.

 

Die oben zitierte Kolumne erschien im Falter (Ausgabe 28/13). Das Foto des eBook-Readers stammt von Flickr-User Andrew Mason

Kommentare

  1. Ich glaube auch das ist Geschmackssache, da gibt es sicher einige Pros und Contras 😉 Ich persönlich bevorzuge die guten alten Bücher, aber in der jüngeren Generation scheinen eBooks voll im Trend zu liegen, hier ein Beispiel. LG

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