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Das Telefon – ein Ding der Vergangenheit?

“Geh, red’s in a Sackerl und stell’s ma vor die Tür.” Das sagte man früher in Wien, wenn man wen loswerden wollte. Heute heißt es: “Aha, schreiben Sie mir doch ein E-Mail.“ Und dann schaut man dieses Mail niemals mehr an. Das Netz macht unsere Kommunikation effizienter. Aber was bedeutet das für die alten Kommunikationsmedien? Stirbt das Telefon aus? Die New York Times behauptete neulich, dass in den USA die Anrufe zurückgehen, dass viele Menschen lieber mailen, smsen oder facebooken. Das ist weniger aufdringlich, und man muss nicht überlegen, ob die andere Person gerade verhindert ist. Ich mache mir aber keine Sorgen ums Telefon. Zwar klicke ich selbst viel mehr am Handy herum, statt damit zu tratschen. Nur dann kommt der Moment, wo einen irgendwer böse anschaut oder sagt: “Geh, red’s in a Sackerl.” Und was macht man dann? Man ruft die beste Freundin, den besten Freund an und schimpft. Manchmal tut es einfach gut, eine liebe Stimme am anderen Ende der Leitung zu hören.

 

Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text ist in Ausgabe 12/11 erschienen. Foto: Flickr-User zizagou76

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  • Danke für die Information! Mit Hilfe der genauen Beschreibung habe auch ich nun einen menschenverachtenden und gewaltverherrlichenden Kommentar gemeldet.

  • Sehr spannend und deckt so ziemlich alles ab womit ich beruflich ( mittlerweile pensionierter AHS/ Lehrer), aber auch privat konfrontiert war und bin. Ich wollte schon lange mit ihnen, Frau Brodnig Kontakt aufnehmen, sie um ein kurzes Interview bitten oder Fragen zu stellen, die ich mir schwer tue , selbst zu beantworten bzw. mir die KI auch nicht weiterhelfen konnte. Ein vielleicht derzeit wenig beachtetes Phänomen begegnet mir immer öfter: Bekomme ein Konvolut von Aussagen, Zustandsbeschreibungen, die die Zeit meiner Generation heroisieren, glorifizieren und gleichzeitig die heutige Generation Z oder auch die Millenials abwerten! Ich frage sie woher das kommen kann, woher die Quelle stammt, wer steckt dahinter? Diese Posts werden massenhaft geteilt und für die Solidarität innerhalb einer Gesellschaft toxisch ! Werde auch ihr neuestes Buch zu meiner Bibliothek hinzufügen und verfolge ihre Beiträge auch im Standard mit regem Interesse- herzlichst- Walter Welz P. S. Die Volkswirtschaftliche Gesellschaft hier in Kärnten bietet jedes Jahr eine Reihe von Vorträgen an - gestern z.B. den zweiten Teil der “Demokratiegespräche”, und ich habe angeregt, sie einmal einzuladen! Unter der interessierten Zuhörerschaft befinden sich auch Oberstufenschulklassen, sie erreichen damit auch die Jugend mit ihrer Bildungsarbeit zur Demokratie und Medienkompetenz👍🙏! Danke für Ihre Arbeit!!!

  • Sehr geehrte Frau Brodnig!

    Ihr Interview im Morgenjournal 27.1., 7Uhr war sehr erhellend; aber bitte verwenden Sie den Begriff „Anekdote“ nicht im Zusammenhang mit gar nicht lustigen Sachverhalten.

    ~lutz mossbauer

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