Das Telefon – ein Ding der Vergangenheit?

“Geh, red’s in a Sackerl und stell’s ma vor die Tür.” Das sagte man früher in Wien, wenn man wen loswerden wollte. Heute heißt es: “Aha, schreiben Sie mir doch ein E-Mail.“ Und dann schaut man dieses Mail niemals mehr an. Das Netz macht unsere Kommunikation effizienter. Aber was bedeutet das für die alten Kommunikationsmedien? Stirbt das Telefon aus? Die New York Times behauptete neulich, dass in den USA die Anrufe zurückgehen, dass viele Menschen lieber mailen, smsen oder facebooken. Das ist weniger aufdringlich, und man muss nicht überlegen, ob die andere Person gerade verhindert ist. Ich mache mir aber keine Sorgen ums Telefon. Zwar klicke ich selbst viel mehr am Handy herum, statt damit zu tratschen. Nur dann kommt der Moment, wo einen irgendwer böse anschaut oder sagt: “Geh, red’s in a Sackerl.” Und was macht man dann? Man ruft die beste Freundin, den besten Freund an und schimpft. Manchmal tut es einfach gut, eine liebe Stimme am anderen Ende der Leitung zu hören.

 

Digitalia ist die wöchentliche IT-Kolumne des Falter. Dieser Text ist in Ausgabe 12/11 erschienen. Foto: Flickr-User zizagou76

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